Menstruationsprodukte: Einweg vs Mehrweg. Reine Ansichtssache?

Menstruationsprodukte: Alle Tage wieder jede Menge Müll

Menstruationsprodukte: Einweg vs Mehrweg.

Reine Ansichtssache?

Vom gesunden Menschenverstand her ist die Entscheidung, Stoffbinden zu waschen und wiederzuverwenden, eine einfache; ähnlich der, Mehrwegflaschen, Wasserflaschen aus Edelstahl, Einkaufstaschen aus Stoff und wiederaufladbare Batterien zu benutzen – im Gegensatz zur jeweiligen Einmal-Variante. In dem wir das tun, reduzieren wir die Brutto Menge an verbrauchten Ressourcen und erzeugtem Hausmüll und Feststoffabfall.

Es wird geschätzt, dass ungefähr 20 Milliarden Binden, Tampons und Applikatoren (Einführhilfen) jährlich auf Nordamerikas Müllkippen landen. Was den persönlichen Verbrauch betrifft, wird jede der schätzungsweise 73 Millionen menstruierenden Personen in Nordamerika in ihrem Leben 125 bis 150kg bzw. etwa 16.800 Einmalbinden oder –tampons wegwerfen. Darüber hinaus dauert es hunderte von Jahren, bis diese Produkte sich biologisch abgebaut haben. Dies gilt vor allem dann, wenn die benutzten Binden oder Tampons in einen Plastikbeutel eingewickelt weggeworfen werden, wie dieser häufig als Teil der Verpackung mitgeliefert wird.

Einweg vs Mehrweg:

Wenn Lunapads wie empfohlen benutzt und gepflegt werden halten sie gut 5 Jahre, im Gegensatz zu ca. 3-6 Stunden im Falle von einem Wegwerfprodukt (Binde oder Tampon). Obwohl der persönliche Gebrauch variiert schätzen wir, dass eine einzige Lunapads Binde ca. 120 Einmalbinden oder tampons ersetzt.

Die Kosten für wiederverwendbare Produkte sind wesentlich geringer als für Wegwerfartikel – Du kannst hunderte, wenn nicht tausende Euro dabei sparen.

1.000.000 Wegwerfbinden weniger kommen nun jeden Monat auf den Müllkippen an, dank der KundInnen von Lunapads und Co., die auf wiederverwendbare Produkte umgestiegen sind. Außerdem fühlen sich zehntausende Menschen mehr mit sich selbst verbunden und in Frieden mit ihren Verbraucherentscheidungen.

Utopia.de hat hierzu einen lesenswerten Artikel geschrieben. Binden & Tampons: Alle Tage wieder jede Menge Müll?

Zusätzlich zum Müll Aspekt sollten auch der Ressourcenverbrauch und die Herstellungsprozesse berücksichtigt werden. Lunapads bestehen aus einer Kombination von drei Stoffarten, deren Produktion zugegebenermaßen ihren ganz eigenen Anteil an Ressourcen gebraucht. Kritiker mögen zu Recht darauf hinweisen, dass die Verwendung von herkömmlich angebauter Baumwolle bei umweltfreundlichen Stoffbinden ein Minuspunkt ist. Weitere Ressourcen (Wasser, Waschmittel und Energie) werden benötigt, um den Vorteil der Wiederverwendbarkeit von dieser Art von Binden nutzen zu können. Allerdings sind Lunapads klein und brauchen in der Wäsche keine besondere Behandlung. Damit ist die Menge an Wasser und Seife, die für ihre Pflege nötig ist, sehr gering. Zudem ist Lunapads® auf dem richtigen Weg, weil wir uns zum Ziel gesetzt haben, auf 100% Bio- oder nachhaltige Textilien umzusteigen. Der Anteil z.B. an 100% zertifizierten Bio-Stoffen für unsere Produkte wird sich erweitern.

Wegwerfbinden und –tampons bestehen in erster Linie aus gebleichtem Sulfatzellstoff (auch Kraftzellstoff genannt) oder Viskoseseide (auch als Viskose-Reyon bezeichnet). Beide werden aus Holzzellulose von Bäumen gewonnen. Allein die Vorstellungskraft, die nötig ist, um sich die Verarbeitung vorzustellen wie aus festem Holz flauschige Fasern gemacht werden, die in Wegwerfbinden zu finden sind, ist enorm – in aller Kürze zusammengefasst ist das eine lange Reihe von chemischen Bädern. Viskose und Zellstoff werden mit einer Vielzahl von Bleichmitteln (u.a. Dioxin) weiter aufbereitet, um sie weiß zu bekommen (jedoch nicht saugfähiger). Anschließend werden sie erneut mit einer Schar von Chemikalien behandelt, damit ihre Saugfähigkeit gesteigert oder sie mit Duft versetzt werden. Diese Hygieneprodukte funktionieren deshalb so effektiv, weil Hightech-Chemikalien dafür verwendet werden. Dazu zählen beispielsweise super-saugfähige Acrylpolymere, mit Tensiden versetzte Gele und der undurchlässige Plastikschutz. Der Einfluss dieser Inhaltsstoffe auf die Gesundheit und die Umwelt ist umstritten und größtenteils noch unbekannt. Jedoch sagt der gesunde Menschenverstand, dass hier etwas nicht OK ist.

Obwohl Wasser und Dünger nötig sind, um Baumwolle anzubauen, so ist diese, verglichen mit Bäumen eine Ressource, die relativ leicht erneuerbar ist. Außerdem braucht es eine vergleichsweise minimale Aufarbeitung bis daraus ein Endprodukt wird.

Landbank Consultancy ist eine unabhängige Umweltagentur mit Sitz in London. 1991 hat sie einen Bericht über die Auswirkungen von Wegwerfwindeln auf die Umwelt veröffentlicht. Der Vergleich mit Stoffwindeln hat ergeben, dass Einmalwindeln 20 mal mehr Rohmaterial verbrauchen, dreimal mehr Energie und doppelt so viel Wasser; alles in allem erzeugen sie 60 mal mehr Müll. Wegwerf-Menstruationsbinden werden im Wesentlichen mit vergleichbaren Materialien und Inhaltsstoffen hergestellt und folgen den Windeln als Umweltverschmutzer an zweiter Stelle.

Dioxin

Dioxin ist eine krebserregende Chemikalie und wird von der US-amerikanischen Agentur zum Schutz der Umwelt (Environmental Protection Agency, EPA) als der giftigste aller mit Krebs in Verbindung gebrachten chemischen Stoffe aufgeführt. In den meisten Ländern ist Dioxin verboten, nicht aber in den USA. In Deutschland gibt es für verschiedene Produktkategorien festgelegte Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Diese Grenzwerte sind z.B. für Taschentücher und Monatshygieneprodukte gleich. Das heißt, dass Slipeinlagen, Binden und Tampons zur selben Gruppe der Hygieneartikel wie Papiertaschentücher gezählt werden. Das ist insofern interessant und bedenklich, als dass Wegwerf-Hygieneprodukte denselben Bestimmungen unterliegen, obwohl sie sich wesentlich länger am bzw. im Körper befinden – als eben Papiertaschentücher.

Hier ein kleiner Auszug zur Halbwertzeit von Dioxin im menschlichen Organismus (Quelle: www.umweltbundesamt.de):

„Dioxine reichern sich in Lebewesen vor allem in Fettgewebe an und bauen sich nur langsam ab. Die Halbwertzeit des giftigsten Dioxins (2,3,7,8 TCDD) beträgt im Körperfett des Menschen etwa 7 Jahre, das sich am langsamsten abbauende 2,3,4,7,8 Pentachlordibenzofuran ist erst nach fast 20 Jahren zur Hälfte eliminiert.“

Hier ein Auszug aus de.wikibooks.org zur Gefahr und Auswirkung von Dioxin in Tampons:

„Die Hygieneartikelindustrie ist überzeugt, dass wir weiße, „saubere“ Artikel brauchen (was aber nicht bedeutet, dass sie steril sind). Das Problem dabei ist, dass Dioxin (eine zur Bleichung verwendete Chemikalie) mehrere nachgewiesene schädliche Nebeneffekte hat. Dioxine sind schon in geringen Dosen giftig und werden durch eine Vielfalt von natürlichen und industriellen Herstellungsabläufen produziert. Es wurde festgestellt, dass eine Verbindung zwischen Dioxinen und Endometriose (siehe Regelschmerzen) besteht. Die meisten Frauen, die an Endometriose erkranken, weisen eine hohe Konzentration von Dioxinen im Körper auf. Außerdem gelten Dioxine als krebsfördernd und verwirrend für das Hormonsystem. Bei Männern mindert es die Spermienproduktion. Bei Frauen wurden Geburtsfehler, Unfruchtbarkeit und sogar Missgeburten beobachtet. Tamponhersteller geben an, heutzutage dioxinfreie Bleichungsprozesse anzuwenden und dass der uns durch andere Einflüsse zugeführte Dioxinwert viel höher sei. Jedoch wurde nie von einer unabhängigen Untersuchung festgestellt, ob dies wirklich der Fall ist. Außerdem können Dioxine auch durch andere Inhalte als die Baumwolle in die Tampons gelangen. Wir haben es hier mit einem der am stärksten absorbierenden Teile unseres Körpers zu tun, wieso sollten wir ein solches Risiko eingehen?“

Zum direkten Risiko, das Dioxin Rückstände in Wegwerfbinden und -tampons für die menschliche Gesundheit darstellen, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Aber die Gefahr, die sie für die Umwelt darstellen, indem sie in Abwässern aus Fabriken fließen, ist allgemein bekannt. Der Fairness halber muss gesagt werden, dass während der letzten Jahre Fortschritte im Umgang mit diesem Thema gemacht worden sind und verstärkt Bleichmittel auf Sauerstof-Basis angewandt werden. Jedoch kommen auf der Jagd nach „ultradünnen“ Binden auch immer öfter super-saugfähige Polymere zum Einsatz und Wegwerfbinden haben nach wie vor eine Plastikunterseite.

Was sich genau hinter diesen Chemikalien und Substanzen verbirgt und welchen endgültigen Einfluss sie, vor allem langfristig gesehen, auf die Umwelt haben mögen, ist weitgehend unbekannt. Hersteller von Binden und Tampons sind nicht dazu verpflichtet, die Inhaltsstoffe all ihrer Produkte zu offenbaren – da es sich dabei um geschützte Informationen handelt – und viele sind auf der Packung nur allgemein aufgeführt („Duftstoff“ als ein Beispiel).

Ärzte oder Wissenschaftler sind weder wir vom Lunapads.de Team, noch die Gründerinnen von Lunapads. Suzanne und Madeleine aber haben fast 30 Jahre mit Frauen über deren Gesundheit und Menstruationsprodukte gesprochen und auch wir deutschen Luna Mädels haben unsere Erfahrungen gesammelt. Folglich können wir bezeugen, dass viel zu viele Frauen allergisch auf Wegwerfbinden und –tampons reagieren und zwar wahrscheinlich aufgrund des Kontakts mit den gerade genannten Chemikalien und Kunststoffen.

Weiterlesen:

Bildquelle: Utopia. Aus Artikel zu http://www.utopia.de/ratgeber/oekorrekte-damenhygiene-alle-tage-wieder-jede-menge-muell-tampons-binden-slipeinlagen?p=2 

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